inkl. kleiner Anekdoten
Seit nunmehr 6 Jahren sind wir in Ennigerloh und unterrichten Kinder in Selbstverteidigung, sprich der Kampfkunst der Ninja und Samurai. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, kleine Elitekämpfer heranzuziehen, sondern den Kindern beizubringen, wie sie sich im Falle einer drohenden Gefahr zur Wehr setzen und sich zudem unsichtbar machen können. Inklusive des Umgangs mit Mobbing an den hiesigen Schulen.
Wir vermitteln den Kindern Werte wie Achtsamkeit, Respekt und Wertschätzung den anderen gegenüber.
Die schulischen Leistungen verbessern sich nachweislich, das Selbstbewusstsein wird gestärkt. Die Kinder sind wacher, aufmerksamer und auch nicht mehr so abgelenkt. Wir betrachten das Training als Ausbildung und nicht als „Bespaßung“, deshalb lernen und wachsen unsere kleinen Teilnehmer auch so schnell. Unsere Kids lieben das Training, da es immer wieder neu, abwechslungsreich und spannend ist.
Es wird oft gelacht, geübt, trainiert, und manchmal auch geweint – dann ist Trösten angesagt. Jeder passt auf den anderen auf. Wie eine große Familie. Alle fühlen sich wohl, und das ist auch sehr wichtig.
Die Kinder lernen bei uns, wie sie ihre körperlichen und mentalen Grenzen überschreiten (können nicht genug davon bekommen). Es ist immer sehr schön zu sehen, wie sie diese Herausforderungen meistern.
In unserer Schwertgruppe (Battojutsu) treffen sich alle, die noch sehr viel mehr lernen wollen, insbesondere den Umgang mit dem Iaito (Übungsschwert) und wie es sich anfühlt als echter Samurai zu agieren. Es ist sehr interessant zu beobachten wie schnell die Teilnehmer ihre Intention und inneren Fokus entwickeln.
Jedes der Kinder wird von uns individuell betreut, eben weil jeder ein anderes Lerntempo hat. Bei uns wird auch nicht auf die Fehler geschaut, sondern auf das was gut und korrekt gemacht wurde. Das ist unserer Meinung nach sehr wichtig für die Entwicklung der Teilnehmer, weil nur so echte Räume für Wachstum geöffnet werden.
Wir sind auch draußen im Wald, auf der Wiese, klettern auf Bäume, machen die Innenstadt „unsicher“, etc. Mindestens einmal im Monat gibt es Spezialtrainings wie Zelten mit Lagerfeuer, Nachttraining (absolutes Highlight bei den Kids), Klettern, Tarnen, Anti-Mobbing, Bring-einen-Freund-mit-Seminar, Unsichtbarmachen, etc.
Die Weihnachtsfeier im Dezember ist gefolgt von Motto-Events, wo wir uns alle als magische Charaktere verkleiden, oder einer "normalen" Feier mit vielen Überraschungen. Immer wieder ein genialer Spaß mit nicht endenwollenden Ereignissen.
Es wurde auch schon gefragt, ob wir das Nachttraining nochmal machen, weil wir beim letzten Mal fast „erwischt“ wurden. Das ist immer besonders aufregend für alle. Zuhause wird natürlich nichts erzählt, "weil Ninjageheimnis"! 🙂
"Mehlbombentraining", also mit Rauch und Nebel im Wald ist ebenso seehr beliebt bei den Kids. (Nicht nur bei den Kids). Danach sehen alle immer aus wie ein Maler, der den ganzen Tag, na ihr wisst schon! 🙂
Alle Kinder, die bei uns den 4. Kyu absolvieren, und dann auf den ersten Schwarzgurt zugehen, dürfen dann auch mal eine erste schriftliche Hausaufgabe abgeben. Und wenn ich dann lese, dass sie sich wie in einer großen Familie fühlen, und es einfach toll finden, dabei zu sein...Ehrlich, dann stehen mir auch die Tränen in den Augen vor Dankbarkeit und Freude.
Kinder bereichern unsere Welt, und wir sind froh, unseren Teil dazu beitragen zu dürfen.
Das Training ist nicht jeden Tag gleich. Das ist auch gut so, denn sonst wäre mir schnell langweilig 🙂
Im Battojutsu Unterricht durften letzte Woche (Mai) gleich mehrere Schüler ihren eigenen Flow entdecken. Keiner hat aufgegeben, keiner hat nachgelassen. Und das obwohl der Körper bereits deutlich „Nein“ gesagt hat. Immer wieder, und wieder; und plötzlich fühlte sich die Luft im Dojo kribbelig an. Was ich wieder mal erleben durfte, waren völlig erschöpfte Schüler, mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht und offenem Herzen.
Seitdem ist das Training etwas anders geworden. Viiiel schöner. 🙂Weil man die Welt wieder aus den Augen der Liebe heraus sieht. Das passiert, wenn alles wieder in den Flow zurück geht.
Unser Dojo heißt Kukan Dojo. „Kukan“ ist japanisch und bedeutet Raum. Als ich damals nach einem Namen für unser Dojo gesucht hatte, ist mir dieser quasi „eingefallen", oder besser gesagt: hat ihn mir meine Intuition gesteckt.
Ja, wir öffnen Räume! Für Wachstum, Freiheit, fürs Herz, für Spaß und Authentizität und vieles mehr. Jeder dieser Räume öffnet sich, wenn der Schüler bereit dafür ist (Ura). Meine Aufgabe als Lehrer ist es diese Räume für meine Schüler bereitzustellen. Es ist jedes Mal ein ganz besonderer Moment, wenn dies geschieht und der jeweilige Schüler hindurchgeht, und über sich selbst hinauswächst.
Lustigerweise geht das nicht mit dem Kopf, (so wie es an den normalen Schulen leider immer noch gezeigt wird) sondern nur mit dem Herzen.
Wir haben schon Schüler (12 Jahre) erlebt die mit Leichtigkeit über ein Hindernis von 1,8 Meter springen, 2km am Stück in einer tiefen Stellung laufen (10 Jahre), sich scheinbar mühelos vor den Augen aller „Unsichtbar“ machen, (8 Jahre) (ja wirklich) und Abläufe und Techniken umsetzen als hätten sie bereits 20 Jahre Erfahrung damit.
Uns ist es auch wichtig nicht auf die Fehler der Schüler hinzudeuten, sondern immer auf das was gut und korrekt gemacht wurde. Hieraus entsteht richtig großes Wachstum.
Und dann geht die Reise los!🙂
Vier Kinder sitzen auf einer Garage:
Und wie sollen wir hier jetzt wieder runterkommen?

Manchmal gibt es Tage, an denen alles ineinanderfließt. Wo alles genau so passiert, wie es soll.
Heute war so ein Tag. Für die Kleinen (7-9) gab es neue Herausforderungen, Prüfungen, leckere Kekse und 500 Jahre alte Ninja Geschichten. Viele leuchtende Kinderaugen.
Für die etwas älteren (10-15) und Uchideshi noch ganz andere Dinge, die man eigentlich nur so in Japan zu sehen bekommt. Und nein, ich habe das heute nicht vorab geplant, sondern bin einfach nur meinem Herzen und meiner Intuition gefolgt.
Es ist schwer zu erklären, man muss es selbst einmal erlebt haben, was wirklich möglich ist, jenseits der klassischen Selbstverteidigung.
Wenn mich jemand angreift, und ich habe dies heute im Dojo gezeigt, genügt eine kleine Handbewegung, und der Angreifer geht zu Boden. Dabei habe ich ihn nur mit zwei Fingern ganz leicht berührt. Kein Schlag oder Tritt, oder dergleichen. Der Angreifer lag im Anschluss an diese kleine Handbewegung am Boden, und konnte nicht mehr unmittelbar aufstehen.
Beim zweiten Angriff dasselbe. Dieses Mal war die Erschöpfung größer und das Aufstehen fiel immer schwerer, wie nach einem sehr anstrengenden Arbeitstag.
Mehrmals habe ich gefragt, ob jemand verstanden hatte, was dort passiert sei! Niemand wusste es, keiner konnte sehen, warum der Angreifer einfach umgefallen ist. Neugier und Stille füllte den Raum.
Jetzt war Uchideshi Leni an der Reihe. Sie griff an, und ging ebenfalls zu Boden, und hatte Probleme wieder aufzustehen. Und das, obwohl ich sie kaum berührt hatte, nur zwei Finger an der Schulter.
Sie verstand in diesem Augenblick, worum es geht, und ich erklärte ihr ganz genau was sie tun darf, um dasselbe Ergebnis zu erzielen. Ich sagte ihr auch, dass dies nicht mit dem Verstand begriffen werden kann, sondern nur mit dem Herzen. Also flüsterte ich ihr ins Ohr, denn das Herz hört ein Flüstern als erstes.
Gesagt getan, ich war der Angreifer! Uchideshi Leni legte nur zwei Finger auf meine Schulter, und ich ging unmittelbar zu Boden. Nach dem zweiten Versuch hatte ich große Mühe, aufzustehen. Es hat mich viel Kraft gekostet.
Wenn man sich vorstellt, dass zwei Finger genügen, um einer echten Gefahr Herr zu werden, bzw. dafür sorgen, dass der Angreifer besiegt am Boden liegt, ist das für Außenstehende schwer nachzuvollziehen. Uchideshi Leni hat es trotzdem geschafft, und das mit nur einer kleinen Handbewegung.
Es hat nichts mit Konzentration oder geplanter Übung zu tun. Es funktioniert nur, wenn ich trotz der drohenden Gefahr ein offenes Herz habe, und meiner inneren Führung vertraue.
Umso mehr freut es mich, dass Uchideshi Leni gezeigt hat, dass sie ein offenes Herz hat, und nicht nachdenkt, wenn es darauf ankommt, dem eigenen Herzen zu folgen. Gerade auch in schwierigen Situationen.
Einfach nur WOW. Ich freue mich sehr darüber, so einen wundervollen Raum für unsere Schüler öffnen zu dürfen. Im Übrigen ist das "offene Herz" ein sehr besonderer Charakterzug, der in unserer aktuellen Zeitqualität immer wichtiger wird.
Genau dafür öffnen wir Räume für unsere Schüler und Studenten. Genau dafür gibt es unsere Schule.
Und genau dafür wird es in Zukunft noch viel mehr Räume geben, wo echtes Wachstum geschehen darf.
Mir gefällt auch das Nachtraining, weil wir da „verbotene“ Sachen machen (Gelächter)
Im Training, ganz egal, ob wir die Kunst der Ninja oder der Samurai üben und studieren, gibt es immer wieder kleine und große Überraschungen. Auch dann, wenn unsere Schüler der Meinung sind, schon alles gelernt zu haben.
Als Lehrer ist es meine Aufgabe, nicht nur Techniken und Abläufe zu zeigen (Omote), sondern auch Räume für inneres Wachstum (Ura) zu öffnen. Das ist immer eine ganz besondere Herausforderung, die nicht geplant werden kann, da diese Räume für jeden Schüler, (insbesondere Uchideshi) ganz individuell sind.
Diese Räume können nur durch das Herz (Kokoro) geöffnet werden, wenn der Schüler einen gewissen Grad erreicht hat. Und gestern war es dann so weit. Sandro war der Meinung, im Battojutsu (Shodanlevel) schon alles erreicht zu haben. Jetzt war es Zeit, das Herz zu öffnen, und einen neuen Raum zu schaffen.
Vereinfacht gesagt ging es um den Flow in den Katas. Der Flow, der dich gefühlt abheben lässt, wo Schmerzen, Ausdauer und das ständige Reinreden deines Verstandes keine Existenzberechtigung mehr haben. Der Punkt, an dem alles leicht wird, von alleine funktioniert, und alles andere unwichtig wird. Der Raum, wo dein Herz die Führung übernimmt.

Es dauert eine Weile, bis man diese Schwelle erreicht. Viele geben auf, wenn es dann schwer, oder noch schwerer wird, wenn die Kraft in den Armen und Beinen nachlässt. Nur einige wenige gehen über diese Grenze und erleben, was es bedeutet, sich aus dem Herzen heraus zu bewegen und zu lernen.
Sandro durfte diesen Raum Freitagabend betreten.
Ich sagte ihm, dass es gut und gerne sein kann, eine Kata (also einen festen Bewegungsablauf), bis zu zwanzig Mal am Stück ohne Pause zu üben, bis sich dieser Flow Zustand einstellt. Er übte dies unzählige Male, vielleicht einhundert Mal, und nach ungefähr 20 Minuten fühlte sich der ganze Raum anders an. Sandro war dabei, die Schwelle zu überschreiten. Ich konnte sehen, dass seine Kraft nachließ, die Bewegungen langsamer wurden, doch er hörte einfach nicht auf.
Und dann passiert es: Der Flow war da, die Bewegungen waren ganz anders, fließender, sanfter, und ich konnte genau sehen, dass er es regelrecht genoss, sich in den Katas zu bewegen. Seine Bewegungen hatten sich mit mehr Energie und Leben gefüllt. WOW! Wundervoll anzusehen.
Er übte dies noch für circa 10 Minuten, und saß im Anschluss einfach da und strahlte vor sich hin.
Eine sehr bedeutungsvolle Erfahrung für Sandro, die nicht die letzte gewesen ist.
Als Sensei bin ich immer wieder dankbar dafür, wenn meine Schüler diese Herzräume betreten, und sich alles fügt, was in ihren Herzen ist.
Ganbatte Kudasai (Gib dein Bestes)
Luisa: Ganz besonders toll finde ich das Nachttraining, weil wir da beinahe mal erwischt worden sind.
In den letzten 41 Jahren ist mir eines immer wieder aufgefallen: Das Leben findet aus dem Herzen heraus statt!
In Japan durfte ich lernen, was es heißt von "Herz zu Herz" zu kommunizieren - und es ist mir mittlerweile zum Alltag geworden.
In der sogenannten "Schule" habe ich nichts darüber gelernt, eher das Gegenteil!
Wenn ich ins Dojo komme ist es jedes Mal ein unbeschreiblich schönes Gefühl dort Achtsamkeit, Liebe und Freiheit zu spüren.
Wenn man sein Gegenüber im Herzen berührt findet echtes Verstehen statt. (Wahrscheinlich funktioniert unser Kindertraining deshalb so gut .)
Neulich ist mir aufgefallen, das Marlena (re. i. Bild, damals 10 Jahre alt, mittlerweile Schwarzgurtträgerin) die Gabe hat zu lehren. Sie sagte mir selbst, das sie gerne Lehrerin werden möchte, aber nicht so wie die "Lehrer in der Schule".
Kinder sind ja so ehrlich🙂 !
Also habe ich ihr Aufgaben gegeben, das sie ihre Gabe umsetzen kann. Was dann passierte war einfach überwältigend schön: Marlena war total ausgeglichen, ruhig, und mit fröhlichem Herzen dabei andere im Herzen zu berühren. Einfach nur WOW!!!
Dafür stehe ich jeden Morgen auf.
Danke, das ich so wunderbare Dinge tun darf.
Und danke, liebe Eltern, das eure Kinder bei uns im Training sind.

20 Kinder im Dojo, alle üben fleißig. Eines kommt zu mir und sagt: Sensei, wir müssen reden-unter vier Augen: Guck mal die da hinten machen gar nichts!

Unser Kindertraining erfreut sich zunehmender Beliebtheit! Die Kinder lieben es einfach.
Einige von ihnen haben in der letzten Unterrichtseinheit buchstäblich an uns herum "geklebt" - Andere wiederum haben ihre gymnastischen Übungen gezeigt.
Einige lagen in der Ecke, waren völlig erledigt, zwei davon wollten Sensei unbedingt auf den Boden bringen, andere wiederum stürzten sich einfach auf uns drauf - Der Rest hat sich unsichtbar gemacht. Trotz alledem findet regulärer Unterricht statt, wo aufmerksame Kinderaugen leuchten und viel Neues ausprobiert werden darf.
Eines haben doch alle Kinder gemeinsam. Sie agieren als eine Einheit zusammen .
Muss man echt mal erlebt haben.
Draußen 30 Grad, und im Dojo angenehm kühl: Sensei - Können wir heute früher Schluss machen, und gehen wir dann Eis essen?

Im Zuge dessen organisierten wir im Sommer 2025 ein dreitägiges Ninja Kinderseminar mit Zelten und Lagerfeuer. Mitten in einem romantischen Apfelbaumgarten in geschützten Rahmen und mitten in der Natur. Direkt auf einem Biobauernhof, wo es sich anfühlt, als wäre man (wie damals) bei seiner Oma im Garten zu Besuch. Freiheit pur!
Jeder freute sich aufs Lagerfeuer, einige waren schon Tage vorher aufgeregt. Es war sehr schön mit anzusehen, wie die Kinder ihrer Natur nach lernten, wuchsen und immer mehr wissen wollten. Es gab Tränen, Lachen, und aufregende Erlebnisse. Fast neun Stunden intensives Training für alle, und im Anschluss noch anstehende Gürtelprüfungen. Natürlich mit Pausen und teils „völlig erschöpften“ Kindern (aber nur für 5 Minuten). Manche konnten dann nicht mehr, andere wollten umso mehr.
Abends saßen wir alle gemeinsam am Lagerfeuer, und erzählten uns Geschichten. Es wurde lecker gegessen, geschmaust, und gelacht. Einige schliefen direkt am Lagerfeuer ein, oder besuchten noch die Frühschläfer in ihren Zelten.
Für die Kinder war es ein echtes Abenteuer, nicht nur das sie als Gruppe zusammen hielten, sondern mir wurde rückgemeldet, das sich alles wie eine große Familie angefühlt hat. Da bekomme ich dann doch feuchte Augen.
Kommenden Freitag sind wir dann mit den Kindern Eis essen gegangen zur Feier des Tages. Danke nochmal an alle Eltern, dass wir eure Kinder auf ihrem Weg begleiten dürfen.